Die Geschichte von Brian Clough (& Peter Taylor)

Brian Clough schon mal gehört? Na klar, spätestens seit dem Film “Der ewige Gegner”! Als Nottingham Forest 1979, nach dem Gewinn des Landesmeistertitel (heute Champions League), von mehr als 100.000 Fans zu Hause empfangen wurde, war er schon längst wieder auf seinem 2. Wohnsitz in Kreta. Clough spielte selbst für den FC Middlesbrough und den FC Sunderland und schoss 251 Tore in 274 Spielen. Für Middlesbrough erzielte Clough 38 Tore in der Saison 56/57 und in den folgenden Spielzeiten jeweils 40, 43, 39 und 34 Treffer. Alles noch vor Gerd Müller´s besten Zeiten. Danach ging Clough zu Sunderland.

Als Trainer begann Brian Clough bei Hartlepool United. Nach Jahren gegen den Abstieg erreichte Hartlepool unter der Regie von Clough einen 8. Tabellenplatz. Dieser Erfolg reichte aus, um gemeinsam mit seinem Co- Trainer Peter Taylor, beim heute bekannten Derby County anheuern zu können. Nach einem enttäuschenden 18. Platz in der ersten Saison gelang Derby danach der Aufstieg in die 1. englische Liga. Zwar gelang schon nach der ersten Saison der 4. Tabellenplatz, doch durfte der Verein aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nicht am Europapokal teilnehmen. 1971/72 feierte der Verein unter der Regie von Clough und Taylor jedoch sensationell die englische Meisterschaft. Aufgrund der nationalen Meisterschaft qualifizierte man sich für den Landesmeistercup (heute Champions League) und scheiterte erst im Halbfinale gegen Juventus Turin (Spieler dort u.a. Dino Zoff, Fabio Capello und Helmut Haller). Aufgrund verschiedener Vorfälle (wegen Clough) verließen Clough und Taylor Derby County 1973/74.

Wieso er dannach die Mannschaft vom 3. Ligisten Brighton & Hove Alibon betreute, bleibt sein Geheimnis.

Nach einer unbedeutenden Saison in Brighton wechselte Clough – ohne seinen Co- Trainer Taylor – zum Ligakrösus Leeds United. Dort kam er aber mit dem Umfeld und den Spielern nie zu Recht und wurde folglich nach nur 44 Tagen und einem Fehlstart von 1 Sieg nach 6 Spielen entlassen. Gerüchte besagen, dass Spieler von Leeds (Billy Bremner, Norman Hunter und Johnny Giles) absichtlich gegen Clough gespielt haben um somit seinen Rauswurf zu provozieren.

Anfang 1975 übernahm Clough dann den 2. Ligisten Nottingham Forest. Nach einer Saison gegen den Abstieg belegte er und seine Mannschaft danach den 8. Tabellenplatz. Nicht sehr spektakulär, dafür aber die Verpflichtung seines Co- Trainer´s (1976) Peter Taylor. Sein treuer und langjähriger Weggefährte stand ihm wieder zur Seite. Weiterlesen »

Hackney Marshes, London

Hackney Marshes? Gehört hatte ich schon einmal von einem Ort, wo sich alleine 73 Fussballplätze in Originalgröße neben- und aneinanderreihen würden. Wo sich dieser Ort jedoch befinden würde und ob dieser Ort überhaupt existiert, dass wusste ich nicht. Dank 11Freunde weiß ich es nun, in LONDON. Danke 11Freunde! Menschen aus aller Welt spielen dort in der Sunday League. Mehr als 100 Spiele werden Sonntags auf einer riesigen Freifläche im Londoner East End ausgetragen. 200 Pfund kosten die Plätze pro Spiel. Wer ein Tornetz vergisst bekommt eine Strafe von 10 Pfund und Übeltäter werden an den Verband gemeldet. An welchen? Keine Ahnung! Vielleicht an den Hackney Marshes- Verband, wer weiß das als Nicht- Engländer schon. Da hier verschiedene Mentalitäten und auch Nationalitäten aufeinander prallen, kann es auch mal sein, dass die eine oder andere Partie nicht gerade Jugendfrei über die Bühne geht. Dennoch, die Nachfrage in der Sunday League spielen zu können ist nach wie vor hoch. Nicht immer enden Partien auch im allgemeinen Chaos, im Gegenteil, hier findet eine gesunde Fussballkultur statt.

Nun ist dieses Areal aber durch Olympia 2012 gefährdet. Hier sollen anlässlich dieser Veranstaltung (zumindest teilweise) ein großer Parkplatz entstehen. Als objektiver “Fussball”- Beobachter fragt man sich jetzt: “Muss man ein Terrain, wo sich verschiedene Kultur treffen wirklich wegen Olympia, ein Fest welches ebenfalls Kulturen verbinden sollte, weichen!?” Ich denke nicht!

Wahnsinn! Gladbach schießt Leverkusen ab!

Eigentlich war ich noch total gefrustet vom Freitagabend Spiel und wollte heute eigentlich mal ne Fussballpause einlegen. Aber was will man machen!? Meine Frau ist mit Kind und Kegel zur Verwandtschaft und draußen herrscht Sauwetter. Kalt, regnerisch, ziemlich ungemütlich. Also mach ich´s mir dann doch auf der Couch gemütlich. Erst möchte ich gar nicht zum Fussball Zappen, aber meine innere Stimme quält mich. “Komm Du willst es doch auch! Nur einmal ganz kurz.” Also los. Kurz vor Spielanpfiff noch die Info des Moderators. Seit 16 Jahren und unfassbaren 26 Spielen hatte Gladbach das Derby gegen Leverkusen nicht mehr gewinnen können.Na, dann packen sie´s heut auch nicht!“; denk ich mir und schlürfe schadenfroh an meiner Tasse Kaffee. Zwar habe ich gewissen Sympathien für Gladbach, doch den Frontzeck konnte ich noch nie leiden. Die Antisympathie überwiegt und ich drücke dem alten Bayerntrainer Heynckes die Daumen. “Hoffentlich drückt Heynckes wiederum nicht seiner alten Liebe Borussia die Daumen!“, denke ich scherzhaft. Ach Käse, Leverkusen spielt zu Hause.

Anpfiff. Leverkusen lässt keine Zweifel offen, sie spielen druckvoll und wollen Gladbach von Anfang an unter Druck setzen. Plötzlich denke ich mir: “Oh je, wenn Leverkusen den Gladbachern einen einschenkt, dann sind die wohlmöglich nach dem Spiel Tabellenführer!?” – Egal, ist ja erst der 2. Spieltag und da kann ja noch so viel passieren. Leverkusen wird sicherlich auch noch verlieren. Wenn auch nicht heute, ausgerechnet gegen Gladbach. A propos, die Kontern gefährlich und schon rappelt´s im Netz der Leverkusener. 0:1 nach 20. Minuten. Oho, wie konnte das denn passieren? Gladbach kontert Leverkusen im eigenen Stadion aus. Peinlich. 4 Minuten später dann das 1:1. Na also, geht doch. Lattentreffer Kießling, Leverkusen drückt jetzt und will nachlegen. Dann aber schon wieder der Schock. 40. Minute 1:2. “So ein Abstaubertor!“; denke ich. 4 Minuten später fällt dann auch noch das 1:3. Jetzt bin ich ehrlich gesagt ein klein wenig sprachlos.

In der Halbzeit wehre ich mich erfolgreich gegen die Versuchung mir ein Weißbier aufzumachen. Stattdessen noch ne Tasse Kaffee. 1:3 für Gladbach, ein verrücktes Fussball- Wochenende. Schalke, Bayern, Wolfsburg … alle verloren. Fehlt heute Abend eigentlich nur noch Stuttgart dann ist die allgemeine Krisenstimmung perfekt.

Die 2. Halbzeit. 56. Minute, 1:4 für Gladbach. 2 Minuten später 2:4 und abermals 2 Minuten später wird dann Leverkusen wieder eiskalt erwischt, 2:5. Kein Zweifel, heute wird Gladbach hier einen großen Sieg erringen. Mir eigentlich egal, wenn da nicht Frontzeck wäre. 69. Minute, wen wundert´s, noch mal Gladbach, 2:6. Im Anschluss fällt dann auch schon wieder ein Tor, dieses Mal darf aber Leverkusen wieder, 3:6. Spontan fällt mir mein alter Bekannter Martin Bier aus dem Saarland (Oberkirchen) ein, der jetzt irgendwo in Köln oder Umgebung wohnt. Ich frage mich, ob er sich trotz seiner über die Jahre angefressenen Fettleibigkeit noch aus dem Sofa wuchten und den Sieg feiern konnte. Wahrscheinlich nicht. Gut so, ich konnte ihn eh nie leiden.

Was für eine Demütigung. Gladbach zerpflückt die Leverkusener im eigenen Stadion und schenkt denen 6 Dinger ein. – In Stuttgart sind in der ersten Halbzeit auch schon 3 Tore gefallen, – 0:3 für Dortmund. Angesichts der bereits unzählig vielen Tore kann man jetzt schon sagen, der Fussball TORFABRIK scheint seinem Namen alle Ehre zu machen. – Hoffentlich kommt Adidas nicht irgendwann auf die Idee und nennt den Spielball der Bundesliga “Chancentod“. Also dann… ich mach mir jetzt erstmal ein Weißbier auf.

Stern des Südens verglüht auf dem Betzeberg

Auf der Fahrt zum Betzeberg ging es in unserem kleinen Shuttle zwar Biermässig hoch her, doch gab es nur ein Thema: Wieviele Tore unser FC Bayern dem 1. FC Kaiserslautern wohl einschenken würde. 0:3, 0:4, ich wetterte gar einen Kantersieg, 0:5. Einzig ein “Ahnungsloser” tippte auf ein 1:3, im schlimmsten Fall könnte ja irgendein Lauterer könnte schließlich eine Gurke reinmachen. Wir winkten ab. Blödsinn, die Lauterer machen gegen uns keinen rein, außerdem steigen die am Ende der Saison eh ab. Am Fusse des Betzeberges angekommen mussten wir die letzten Meter zum Stadion hochlaufen. “Das fängt ja schon gut an. Jetzt muss ich hier auch noch ne Bergbesteigung machen!”, beschwerte sich einer unserer Mitfahrer. Erst 15 Minuten in Lautern, bin ich schon 4x gefragt worden, ob ich noch Karten verkaufen würde. – Sehe ich aus wie ein Schwarzmarkthändler? – Oben im Stadion angekommen der nächste Schock. Lange Warteschlangen an den Imbissbuden. Also wollten wir zuerst einmal unsere Plätze aufsuchen. Es folgte die nächste Bergbesteigung. Unsere Plätze befanden sich ganz oben auf der Osttribüne, der Wahnsinn, da musst Du echt schwindelfrei sein. Der nächste Eindruck war dann schon etwas besser, überall Bayernfans und wir mittendrin. Die 2 Lauterer direkt hinter mir bildeten die Ausnahme. Dennoch, die beiden verstehen Spaß. Wir kommen auch gleich ins Gespräch und werfen uns gegenseitig ein paar flotte Sprüche um die Ohren. Danach geht´s dann zum Bier holen. Weil die Warteschlange endlos erscheint beschließen wir kurzum neben den obligatorischen Bratwürsten auch die doppelte Ration an Bieren mitzunehmen. Gar nicht so einfach, aber irgendwann haben wir den Anstieg zu unseren Plätzen dann zum 2. Mal geschafft. Die Aufstellung der Lauterer wird gerade verlesen. Plötzlich fällt mir auf, dass alle Lauterer Spieler einen Vornamen haben, außer Rodnei. Eine Stellvorlage für mich, ich rufe zu den beiden Lauternfans rüber: “Hey, Glück gehabt! Hätte der einen Vornamen, hättet Ihr Euch den gar nicht leisten können!”; kollektives Gelächter bricht aus. Weiterlesen »

Kaiserslautern, Stadionwurst und Bier

Angeblich soll es ja keine Karten mehr für die heutige Partie 1. FC Kaiserslautern gegen den FC Bayern München geben. Bin mal gespannt, bei meinem Glück ist mein Platz 3fach überbucht und ich darf mich dann um meinem Sitzplatz prügeln. Wäre ja nicht das erste Mal, dass mir das passiert. Nicht etwa weil der Verein die Karten falsch vergeben hätte, sondern weil der Platzbesetzer nicht richtig lesen kann oder seinen Platz nicht finden konnte.

In 1 1/2 Stunden geht´s dann endlich los. Wir fahren in einem kleinen Bus nach Kaiserslautern, werden zwischendurch die eine oder andere Bierflasche leeren und die Stadionwurst auf dem Betze testen. Stadionwurst ist Pflicht! Schon als ich damals als kleiner Knirps Anfang der 80er im Stadion war, war Stadionwurst Pflicht. Egal ob man vorher schon ein Schnitzel mit Pommes gefuttert hat, die Stadionwurst muss auch noch rein. Schließlich braucht man ja eine ordentliche Grundlage für die 10 Bier, die ja auch noch in den Körper rein müssen. Wir werden nachher kaum auf der Autobahn sein, da wird´s schon PLOPP machen und die ersten Biere sprudeln unsere trockenen Kehlen runter. Ich liebe ja diese Freitagabend Spiele. Der Pöbel, also wir, hat Feierabend und besäuft sich aus Vorfreude auf das freie Wochenende. Vor dem Spiel ist nach dem Spiel, also trinken wir uns schon für den Abend nach dem Spiel warm. Das hat bei uns Tradition. Nach dem Spiel gehen wir noch in die City und erzählen jedem, dass wir uns ein Fussballspiel angeguckt haben. Das interessiert zwar dann keinen wirklich, doch sagen wir es ja auch fast schon entschuldigend, da wir nach 10 oder mehr Bieren schon leichte Ausfallerscheinungen erkennen lassen.

Angesichts der Tatsache, dass es heute Abend regnen wird, werden die Lauterer heute sicher wieder sagen: “Heut is Fritz Walter- Wetter! Da han ma e Chance!” – Ha, ha, ha… ich sag Euch: “Druff geschiss! Mir haue Euch heit owend weg!” Ach, auf dem Betze zu gewinnen ist einfach am Schönsten!